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F. J. Conrad

Unter dem Pseudonym F. J. Conrad habe ich bereits zwei historische Romane veröffentlicht, "B" (2014) und "D" (2015), die beiden ersten Teile einer auf vier Bände angelegten Reihe mit dem Titel "Opposita Concidentia". 

 

Die Entstehungsgeschichte dieser Bücher ist kompliziert und facettenreich so wie die Zeit, in der sie spielen. Seit meiner Jugend bin ich ein begeisterter Leser historischer Romane. In den Jahren bevor ich mit der Arbeit an "Opposita Concidentia" begann, hatte es mir ein Autor ganz besonders angetan -.Alexandre Dumas d. Ä.. Ich las "Die drei Musketiere" und die beiden Fortsetzungen "20 Jahre später" und "10 Jahre später", verschlang "Der Graf von Monte Christo" und "Die Bartholomäusnacht" und wühlte mich durch die "Cagliostro"-Reihe. Meine Begeisterung ging so weit, dass ich zum Sammler seltener, antiquarischer Ausgaben war. Mein größter Coup war eine Ausgabe von "Der Page des Herzogs von Savoyen", ein Titel, für den der Begrif "vergriffen" eine deutliche Untertreibung war. 

 

Nachdem Dumas meine Beigeisterung für das Historische geweckt hatte, begann ich damit, auch die Bücher anderer Autoren zu lesen. Ken Follett, Rebecca Gablé, C.J. Sansom und Bernard Cornwell - um nur einige zu nennen - gaben mir eine Ahnung davon, wie die Verbindung fundierter Recherche und schriftstellerischer Imagination zu lehrreichen und gleichzeitig unterhaltsamen Lesestunden führen konnten.

 

Ich setzte damals einen großen Teil meines Taschengeldes in Bücher um und deshalb waren die seltenen aber leider unausweichlichen Fehlgriffe besonders schmerzhaft. Über einen dieser Romane - eine schlecht recherchierte Sex-and-Crime Romanze vor einem austauschbaren historischen Hintergrund - ärgerte ich mich so sehr, dass ich einen spontanen Entschluss fasste: Ich würde ein Buch schreiben, das besser war. Besser recherchiert, mit einer besseren Handlung und besseren Charakteren.

 

Und so begann ich kurz nach meinem 18. Geburtstag mit der Arbeit an einem Manuskript, dessen Handlung am 24. August 1572 in Paris einsetzte. Natürlich war die Wahl des Stoffes von Dumas`"Bartholomäusnacht" inspiriert und die ersten, zaghaften Versuche lesen sich dann auch eher wie ein halbherziges Plagiat. Im Lauf der Zeit wurde daraus dann aber eine Geschichte, die Elemente von "Indiana Jones" genauso umfasste wie Erzähltechniken, die ich aus "Pulp Fiction" zu importieren versuchte. Ich tobte mich richtig aus und ließ meiner Fantasie freien Lauf. Während meines Zivildienstes und in den ersten Semesterferien meines Psychologiestudiums vollendete ich die erste Fassung, der ich den Titel "B" gab, weil ich den Buchstaben damals irgendwie toll fand und mir ausmalte, wie großartig ein riesiges "B" sich auf einem Buchumschlag machen würde.

Dann ließ ich das Manuskript ein paar Monate liegen, um es nach einer finalen Überarbeitung einem Verlag anzubieten. Doch es kam anders als geplant. Als ich mir das Geschriebene nach einem halben Jahr noch einmal vornahm, erschien mir das Ganze eher unausgereift als gelungen. Ich hatte zudem im Lauf meines Studiums einiges über Psychologie, Geschichte und Philosophie gelernt und wollte auch das noch in meinem Buch unterbringen. Durch ein Stipendium des Cusanuswerks lernte ich schließlich noch den spätmittelalterlichen Philosophen Nikolaus von Kues kennen. Seine Überlegungen zur  Erkenntnistheorie faszinierten mich und so wollte ich diese ebenfalls in meinen Roman einbinden.

 

In der Folgezeit schrieb ich mehrere Fassungen, wann immer mein Studium es zuließ. Ich experimentierte mit Erzählperpektiven, probierte alternative Handlungen aus und führte neue Charaktere ein, während ich andere über die Klinge springen ließ. Auf dem Foto ist mein Schreibtisch in meiner Studentenbude in Eichstätt abgebildet. Ich muss gestehen, dass ich das Foto damals tatsächlich zu dem Zweck machte, um für die Nachwelt zu dokumentieren, unter welchen Bedingungen ich schrieb.

 

Damals hatte ich mit der Unibibliothek in Eichstätt eine großartige Möglichkeit, Recherchen durchzuführen. Ich las mich in spezielle Themen ein, wie etwa die Finanzpolitik Katharinas von Medici oder Kavalleriestrategien des späten 16. Jahrhunderts. Irgendwann verlor ich dabei jedoch den roten Faden, sodass sich 2005 am Ende meines Studiums insgesamt sieben verschiedene Fassungen in unterschiedlichen Reifegraden auf der Festplatte meines PCs befanden.

Nach dem Studium trat ich meine erste Stelle als Psychologe in einer Behinderteneinrichtung an. Parallel dazu begann ich eine Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und so fehlte mir die Zeit, weiter an "B" zu arbeiten. Nach mehreren privat und beruflich turbulenten Jahren packte mich 2012 dann einmal mehr die Lust am Schreiben. Ich beschloss, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und sichtete zunächst einmal das bisher Geschriebene sowie die Stapel von Ordnern, in denen ich meine Recherchen gesammelt hatte (siehe Foto rechts).

 

Mir wurde klar, dass ein Buch nicht ausreichen würde, wenn ich alle meine Ideen unterbringen wollen würde. Und so beschloss ich, die Handlung auf zunächst drei und später dann sogar auf vier Bücher aufzuteilen und der Tetralogie den Titel "Opposita Concidentia" zu geben, eine Verneigung vor dem Konzept der "Coincidentia Oppositorum" des Nikolaus von Kues.

 

Nachdem ich einen neuen Prolog geschrieben und den Rest der Handlung ausgearbeitet hatte, wurde mir klar, dass ich noch einiges an Recherchearbeit vor mir hatte, wenn ich den Grad an historischer Exaktheit umsetzen wollte, den ich mir als Maßstab gesetzt hatte. Und das lähmte mich. Ich wollte schreiben und nicht schon wieder Fachbücher über historische Spezialthemen wälzen.

 

Aus dieser Lust auf das Schreiben heraus beschloss ich, "Opposita Concidentia" erst einmal liegen zu lassen und begann ein Manuskript mit dem erklärten Ziel, so wenig wie möglich dafür recherchieren zu müssen. Daraus wurde letztendlich "Die Spur des Jägers".

 

Nachdem ich dann im Herbst 2013 die Erstfassung von "Die Spur des Jägers" fertiggestellt hatte, widmete ich mich wieder meiner historischen Tetralogie. Ich überarbeitete die bislang geschriebenen Teile des Manuskripts, schrieb einige Stellen neu und ergänzte zahlreiche Passagen, die im Hinblick auf die Gesamthandlung wichtig waren. Eher halbherzig begab ich mich dann auch Verlagssuche. Ich war vollkommen unerfahren und natürlich erhielt ich auf die ziemlich dürftigen Exposés, die ich verschickte hatte, keine Rückantwort.

 

Da ich zuvor schon mit dem Gedanken gespielt hatte, mich als Self-Publisher zu versuchen, meldete ich mich kurzerhand bei Kindle Direct Publishing an, fortografierte die Hand meiner Freundin, die ein Prisma hielt, in daem sich ein Sonnenstrahl brach, für das Cover und veröffentlichte das Buch am 15. März 2014 mit folgendem Klappentext:

 

Paris 1572: Als einziger von drei Brüdern entkommt der 16jährige Hugenotte Luc de Mirepoix dem Inferno der Bartholomäusnacht. Auf seiner waghalsigen Flucht rettet er dem Jungen Jean das Leben, der im Zuge der dramatischen Ereignisse sein Gedächtnis verloren hat. Jeans einziger Besitz ist ein Beutel mit zwei geheimnisvollen Edelsteinen, mit denen er jedoch nichts anzufangen weiß. 


Sieben Jahre später begeben sich die beiden jungen Männer auf eine gefahrvolle Reise durch das von Religionskriegen zerrüttete Europa. Während Luc im Auftrag seines Vaters nach einer Braut sucht, die ihm den lange ersehnten Erben für die väterliche Grafschaft schenken soll, macht sich Jean daran, das Geheimnis der Steine zu ergründen und die Puzzleteile seiner verlorenen Erinnerungen zusammen zu setzen. Doch sein Vorhaben bleibt nicht unbemerkt und weckt das Interesse von übermächtigen Gegnern... 

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Das Buch verkaufte sich gar nicht schlecht. Im Rahmen einer kostenlosen Werbeaktion schaffte es "B" sogar auf den 2. Platz im Ranking der "Kindle Gratis Downloads" mit über 3000 heruntergeladenen Exemplaren. In der Folge stellte ich das Manuskript bei Createspace als Book on demand ein, sodass inzwischen auch eine Printversion verfügbar ist.

 

Im Sommer 2014 begann ich mit der Arbeit an Band 2. Für "D" musste ich mich in die Geschichte der Niederlande ebenso einarbeiten wie in die Gedächtnistheorien des berühmt-berüchtigten Giordano Bruno. Die Recherche machte mir viel Vergnügen und auch das Schreiben ging mir rasch von der Hand. Anfang März 2015 schloss ich das Manuskript ab, am 22. Mai 2015 erschien es parallel als eBook und als Printausgabe mit folgenden Klappentext:

 

Antwerpen 1580: Auf der Suche nach dem Schurken Villars und dem verlorenen Beryll durchstreifen die beiden Hugenotten Jacques und Luc de Mirepoix die Gassen der Stadt. Als Jacques der Kaufmannstochter Marit in der brodelnden Atmosphäre der Glaubenskämpfe zwischen Protestanten und Katholiken das Leben rettet, setzt er damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die neues Licht auf das Dunkel seiner verlorenen Erinnerungen werfen und ihm mit dem Kaufmann Marten und dem geheimnisvollen Engländer Infoelix einflussreiche Verbündete im Kampf gegen Katharina von Medici zur Seite stellen. Doch als sein Bruder Luc Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner neuen Freunde anmeldet, muss Jacques eine folgenschwere Entscheidung treffen. 

 

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Nach der Veröffentlichung von "D" machte ich mich an die Arbeit zu "Schwabenmord". Eigentlich wollte ich nach der Fertigstellung dieses Krimis gleich mit "W", dem dritten Band der in der Zwischenzeit auf vier Bände angeschwollenen "Opposita Concidentia" beginnen. Doch dann kam mir ein Verlagsvertrag für meine beiden Krimis dazwischen und seitdem hat sich sehr viel verändert.

 

Natürlich plane ich weiterhin, die Tetralogie abzuschließen. Die Handlung der beiden letzten Bände steht fest und allzuviel recherchieren muss ich auch nicht mehr. Aktuell gehe ich davon aus, dass ich "W" frühestens 2018 und "H" 2019 veröffentlichen werde. Dann werde ich auch das Rätsel um die Titel lösen. Aber bis dahin muss ich noch viele Seiten schreiben. Und darauf freue ich mich schon sehr.